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Heinrich Rudolf Hertz (1857-1894). Biographie eines Wissenschaftlers

Das Leben bemerkenswerter Physiker

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Heinrich Rudolf Hertz (1857-1894)
Heinrich Rudolf Hertz

Eine fröhliche Schar Schulkinder rennt die Straße entlang. Ein Gesprächsausschnitt ist zu hören: „Cooler Sender mit einer Frequenz von 101,4 Megahertz!“. Wissen diese Jungs, wessen Namen sie gerade gesagt haben? Überall: In der Mechanik, Elektro- und Funktechnik, Kernphysik und anderen Wissenschaften bedeutet ein Hertz eine Schwingung pro Sekunde.

Der große deutsche Physiker Heinrich Rudolf Hertz wurde am 22. Februar 1857 in Hamburg geboren. Bereits in der Kindheit zeichnete er sich durch erstaunliche Fähigkeiten und Gedächtnis aus. Nach seinem Schulabschluss im Jahr 1875 konnte sich Hertz zunächst nicht für den richtigen Beruf entscheiden und begann ein Architekturstudium, wurde jedoch bald desillusioniert.

Er begann an der Polytechnischen Schule in Dresden zu studieren, es gefiel ihm nicht, er wechselte an die Polytechnische Schule in München und studierte dort ein Jahr. Übertritt an die Universität Berlin. Hier traf Hertz schließlich auf echte Lehrer: Hermann Helmholtz (einen hervorragenden Akustiker) und Robert Kirchhoff (jeder kennt seine Gesetze der Elektrotechnik). Im Jahr 1880 schloss Hertz sein Studium mit Bravour ab und erhielt außerdem eine Goldmedaille von der Humboldt-Universität für die Lösung eines der Wettbewerbsprobleme. Selbstverständlich blieb der talentierte Absolvent als Physiklehrer an der Universität Berlin. 1883 wurde Hertz als Professor an die Universität Kiel berufen. Mit 26 Jahren Professor zu werden, war eine Art Rekord (Ampère und Ohm wurden mit 28 Professoren, Volta mit 29).

1885 wechselte Hertz als Professor für Experimentalphysik an die Technische Hochschule Karlsruhe, wo seine wissenschaftlichen Entdeckungen stattfanden. Im Jahr 1865 veröffentlichte der englische Wissenschaftler James Clerk Maxwell ein Gleichungssystem, das elektrische und magnetische Felder verknüpfte. Aus den Gleichungen folgte, dass sich diese Felder gegenseitig unterstützend im Raum ausbreiten und ein einziges elektromagnetisches Feld bilden können. Maxwells Gleichungen wurden auf einem so hohen mathematischen Niveau geschrieben (sie werden heute in den Oberstudiengängen der Universitäten für Funktechnik studiert), dass nur wenige in Europa ihre Bedeutung verstanden. Heinrich Hertz verstand dies und führte die Maxwellschen Gleichungen sofort in seine Vorlesungen ein.

Der große russische Wissenschaftler D. I. Mendeleev warf einmal den Satz: „Man kann alles sagen, aber man geht und demonstriert!“ Theorien werden in der Wissenschaft nicht geglaubt, sie müssen experimentell bewiesen werden. Heinrich Hertz verstand dies sehr gut und machte sich daran, die Gültigkeit der Maxwellschen Gleichungen zu beweisen. 1887 entwickelte er einen Schaltkreis, der eine Induktivität und einen Kondensator enthielt. Darüber hinaus bestand der Kondensator aus zwei Platten mit einem Spalt dazwischen. Beim Einbringen von Energie in den Stromkreis verwandelte sich der Kondensator in eine Funkenstrecke, ein Funke sprang zwischen den Platten, wodurch eine elektromagnetische Welle mit einer Frequenz gleich der Resonanzfrequenz des Sendekreises in den Weltraum abgestrahlt wurde. Der Empfangskreis war auf genau die gleiche Frequenz abgestimmt, es wurden Schwingungen in ihm induziert und auch in seinem Kondensatorentlader übersprangen Funken. Jetzt konnte Hertz in Vorlesungen ruhig über die Existenz elektromagnetischer Wellen sprechen.

Eines Tages fragte einer der Studenten den Professor: „Welche praktische Bedeutung hat Ihr Experiment?“ Der junge Professor zuckte mit den Schultern und sagte: „Keine.“ Bei der Arbeit an seinem Resonator entdeckte Hertz, dass die Funken intensiver wurden, wenn der Spalt des Kondensators mit ultravioletten Strahlen beleuchtet wurde. Damit wurde das Phänomen des externen photoelektrischen Effekts entdeckt. 1889 ging Hertz an die Universität Bonn, wo er sich weiterhin mit den Problemen der Mechanik beschäftigte (sein Hauptwerk „Mechanik“ erschien nach seinem Tod).

Der Wissenschaftler starb vorzeitig. Bei Experimenten im Labor verletzte sich Hertz, es kam zu einer Blutvergiftung und am 1. Januar 1894 starb Heinrich Hertz, bevor er 37 Jahre alt war. Etwas mehr als ein Jahr erlebte Heinrich Hertz die Erfindung des Radios nicht mehr. Am 7. Mai 1895 demonstrierte Alexander Stepanowitsch Popow die Übermittlung einer Nachricht per Funk. Das wohl beste Denkmal für den großen deutschen Wissenschaftler war der Text des ersten Radiogramms der Welt: „Heinrich Hertz“.

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